Der Sound ist die Priorität in der Musik von ago. Eine gewisse Ernsthaftigkeit gepaart mit dem Drang des Machens ist bei den Tracks des jungen Stuttgarter Duos spürbar, live wie in den Aufnahmen. Keine formlosen Hüllen, nichts wird kaschiert. ago sind Robin Wörn und Manuel Minniti, die regelmäßig von verschiedenen Gastmusiker*innen unterstützt werden.

Die Melange ihres Sounds, der sich grob zwischen New Wave, Electronica und SynthPop verorten lässt, ist dabei an keine Zeit gebunden. Die feinen Arrangements sind alten Helden wie Depeche Mode, Kraftwerk, New Order oder The Cure genauso zugetan wie den aktuellen, wichtigen Erscheinungen Recondite, Trentemøller oder Beach House. Doch weder die einen noch die anderen will die Musik von ago kopieren. Eher werden sie als Basis in guter Erinnerung behalten, denn der facettenreiche Output der beiden Musiker lässt sich nicht in vorgegebene Strukturen zwängen: agos Musik will frei von Grenzen sein, dynamisch, ruhelos pulsierend, nach vorne blickend.

Klassische Synthesizer werden im Zusammenspiel mit Becken, E-Gitarre und Bass eins und unterstreichen die Freude an der Soundschöpfung. Der Klang braucht Zeit und Raum, beinah jeder Ton steht für einen Handgriff. So gestalten sich die instrumentalen Songkonstruktionen abwechslungsreich: Mal stechen knarzende, treibende Bässe hervor, die sich von Beginn an den Weg durch die Songs fräsen, im nächsten Moment umarmen sich erhellende Gitarrenriffs mit der elektronischen Kühle von fließenden Synthesizerklängen. Zu ruhigen und sich langsam aufbauenden Tracks mit sanften Beats lässt es sich verträumt im Klang baden, die mechanische Rhythmik weiterer Songs rüttelt auf, steckt an und nimmt mit. International klingende und lebendige Songs, die sich ins Gehör setzen und nur dann loslassen, um im nächsten Moment die Hand zu reichen. Diese Songs wollen fragen, rastlos suchen und ergründen. Der Sound gibt die Antwort.

– Fabian Brüssow

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